Work-Life-Blending: Mehr Freiheit durch weniger Freizeit?

Work-Life-Balance galt noch bis vor wenigen Jahren als das das Nonplusultra im Zusammenspiel zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Mittlerweile hat sich das allerdings geändert. Viele Betriebe setzen mehr und mehr auf ein neues Modell, das seit geraumer Zeit die Unternehmenskultur prägt: Work-Life-Blending. Es bietet den Angestellten viele Freiheiten, kann aber auch zur Belastung werden. Erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile und wie Sie in Ihrem Unternehmen innovative Arbeitszeitmodelle schaffen können.

 

Feste Arbeitszeiten versus freie Zeiteinteilung

Schauen wir uns zunächst an, was Work-Life-Blending genau ist. Kurz gesagt handelt es sich dabei um ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Grenzen zwischen Büroalltag und Privatleben sukzessive verschwimmen. Auslöser ist die Digitalisierung mit einer dauerhaften Vernetzung – also die neue Arbeitswelt 4.0.

Einerseits dürfte es viele Mitarbeiter freuen, dass sie zugunsten einer digitalen Arbeitsweise  technische Endgeräte wie Smartphones oder Notebooks vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen. Diese können sie häufig auch im privaten Bereich nutzen. Andererseits ist es so, dass aufgrund von Projektarbeit, wichtigen Abgabefristen oder Kundenwünschen der klassische Nine-to-five-Job ohnehin ein Auslaufmodell ist. Die altbekannte Stempeluhr taugt vielerorts nur als Relikt fürs Museum.

Hier wird es oft kritisch, denn: Wer erfasst die Arbeitszeit? Und was passiert mit den Überstunden? Die Wirtschaft hat da eine Antwort gefunden: Vertrauensarbeitszeit. Die mögliche Mehrarbeit, die Angestellte nach Feierabend leisten, ist inkludiert.

 

Angestellte arbeiten in der Freizeit

Aus einer aktuellen Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) geht hervor, dass diese Mehrarbeit in der eigentlichen Freizeit drastisch zunimmt. Das IZA hat dazu mehr als 1.800 Arbeitnehmer befragt und darüber hinaus die Angaben von etwa 2.000 Xing-Nutzern analysiert. Die Ergebnisse sind nicht wirklich überraschend: Ganze 87 Prozent der Nutzer von Xing sowie weitere 63 Prozent der restlichen Befragten gaben demnach an, dass sie sich in ihrem Privatleben mit beruflichen Themen beschäftigen.

Zu den Tätigkeiten, die in der Freizeit erledigt werden, gehören das Beantworten von dienstlichen E-Mails oder das Lesen von Informationsmaterial. Interessant sind die Angaben zu den Stunden, die für die genannten Tätigkeiten anfallen: Ein grosser Teil der Befragten (26 Prozent) arbeitet laut eigener Aussage zwischen drei und zehn Stunden pro Woche nach Dienstschluss, 22 Prozent immerhin zwei Stunden und 13 Prozent sogar bis zu 20 Stunden.

 

Work-Life-Blending: Ein Arbeitszeitmodell mit Zukunft?

Angesichts solcher Zahlen stellt sich die Frage, ob ein Modell wie Work-Life-Blending überhaupt Zukunft hat. Eins ist klar: Das Modell fördert und verlangt Flexibilität – auf beiden Seiten. Für viele Arbeitnehmer sind flexible Arbeitszeitmodelle heutzutage eine Grundvoraussetzung. Unternehmen müssen sich der wirtschaftlichen Entwicklung anpassen, um im „War for Talents” bestehen zu können. Aber auch Unternehmen fordern zunehmende Flexibilität von ihren Angestellten. Dienst nach Vorschrift reicht längst nicht mehr aus, um Karriere zu machen. Es werden Engagement und die Bereitschaft, mehr zu arbeiten als andere, verlangt.

Das führt dazu, dass das Privatleben zusehends von der beruflichen Tätigkeit überlagert wird und es vielen Arbeitnehmern schwer fällt, einen gesunden Abstand zum Job zu bekommen. Durch die flexiblen Arbeitszeiten steigt zwar der Gestaltungsspielraum für jeden Einzelnen, damit einhergehend aber auch die mentale Belastung, da Aufträge oder Projekte gegebenenfalls abends zu Hause abgeschlossen werden müssen.

 

Unbedingt Anreize für Mitarbeiter schaffen

Wichtig ist deshalb, dass bei Ihren Mitarbeitern ein Umdenken stattfindet. Flexibilität und Offenheit müssen in den Fokus rücken, um das Potenzial des Work-Life-Blendings komplett auszuschöpfen.

Aber auch Unternehmen sind im Gegenzug in der Pflicht, die Angestellten auf dem Weg zur funktionierenden Arbeitswelt 4.0 vor allem durch attraktive Anreize mitzunehmen und so die Motivation auf einem hohen Level zu halten. Diese Anreize speisen sich vor allem aus zwei Bereichen: Anerkennung und Arbeitsumfeld.

Zur Anerkennung gehören Aspekte wie Aufstiegschancen, Bezahlung, Vertrauen der Vorgesetzten sowie Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Dazu kommen aus dem Arbeitsumfeld ein zeitgemässer Arbeitsplatz sowie ein kollegiales und damit leistungsförderndes Betriebsklima. Sind weite Teile dieser Faktoren in Ihrem Unternehmen vorhanden, gelingt die Motivation der eigenen Mitarbeiter.

Ein weiterer Aspekt ist die Entlastung der Mitarbeiter, die ebenfalls zur Motivation beiträgt. Sie sollten deshalb auf ausreichende Pausenzeiten achten. Auch ein Ausgleich für lange Arbeitstage sollte vorhanden sein – beispielsweise durch einen freien Tag, wenn ein Mitarbeiter sich in einem Projekt überaus engagiert hat.

Weitere Optionen sind Aufgabenverteilung unter mehreren Mitarbeitern oder eine Job-Rotation. Geben Sie Ihren Angestellten beispielsweise die Möglichkeit, regelmäßig den Arbeitsplatz zu tauschen. So steuern und reduzieren Sie Belastungen effektiv.

 

Work-Life-Blending bietet Chancen und Risiken zugleich

Das Work-Life-Blending ist aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten, sollte aber nicht dauerhaft zulasten der Arbeitnehmer gehen. Diverse Regelungen können dabei helfen, Privatleben und Arbeit einigermassen voneinander zu trennen.

Lassen Sie Ihren Mitarbeitern ausreichend Freiraum, um während der Arbeitszeit private Dinge wie Behördengänge oder Arztbesuche zu erledigen. Im Gegenzug fällt es dann leichter, abends im Homeoffice mit einem guten Gefühl zu arbeiten. Entscheidend ist immer, dass die Balance zwischen Belastung und Freiraum stimmt. Fühlt sich der Angestellte nicht überlastet und passt die Wertschätzung, bleibt die Motivation hoch.

 

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