Tipps für ein erfolgreiches Business-Network

Interview mit Networking-Expertin Monika Scheddin

Networking gewinnt auch für Personaler zunehmend an Bedeutung, denn ein Business-Netzwerk verschafft wertvolles Marktwissen. Richtig Netzwerken führt zu wertvollen Kontakten, die Ihnen im Arbeitsalltag helfen können. Auch auf der persönlichen Ebene können sie nützlich sein. Die Networking-Expertin Monika Scheddin blickt auf viele Jahre Netzwerkerfahrung zurück, die sie im Vertrieb und Marketing gesammelt hat. Sie weiss, wie aus den ersten Gesprächen auf einer Netzwerkveranstaltung belastbare Business-Kontakte werden. Sie verrät uns im Interview ihre besten Tipps.

 

Frau Scheddin, wie haben Sie für sich persönlich Networking als Schlüssel zum Erfolg entdeckt?

Es fing bereits mit Ferienjobs an, mit denen ich meinen Urlaub finanzieren wollte. Ich bin zu Firmen gefahren und habe mich persönlich vorgestellt. Es hat funktioniert, ich habe jeden einzelnen Ferienjob bekommen, auf den ich mich bewarb – vermutlich auch, weil ich die Initiative ergriffen habe und immer freundlich und höflich aufgetreten bin. Damals wusste ich nicht, dass genau das Networking ist und dass es mir so gut liegt.

 

Networking ist in aller Munde. Denn wer über die richtigen Kontakte verfügt, findet sich schneller auf der Karriere-Überholspur wieder. Jedoch liegt nicht jedem Networking gleichermassen im Blut. Haben Sie Networking-Tipps, die schnell Erfolgserlebnisse bringen?

Ich denke, dass Netzwerken eine Haltung und keine Technik ist. Den einen Universal-Tipp mit Sofortwirkung gibt es daher nicht. Man muss begreifen, dass Menschen der Schlüssel zum Erfolg sind. Wir kommen im Leben nur voran, wenn wir uns mit anderen Menschen verstehen. Freunde, Kollegen, Chefs, Kunden und Lieferanten sind Personen, ohne die wir nicht erfolgreich sind.

Sie brauchen „ein Händchen für Menschen“ und ein Tool, das zu Ihnen persönlich passt. Manche schicken einen Brief oder einen Pressebericht, um in Kontakt zu bleiben. Andere veranstalten für ihre Kontakte ein besonderes Event. Wählen Sie etwas aus, das Ihnen liegt.

 

Was ist Ihrer Meinung nach die beste Umgebung fürs Business-Networking?

Es ist ganz normal, dass wir die Gesellschaft von Menschen bevorzugen, die auf unserer Stufe oder etwas darunter stehen. Doch beim Netzwerken ist dieses instinktive Verhalten nicht nützlich. Aussichtsreich sind insbesondere Veranstaltungen, auf der Sie Menschen treffen, die bereits da sind, wo Sie beruflich hinwollen. Je kleiner und persönlicher der Kreis, desto erfolgreicher verläuft professionelles Networking. Die beste Umgebung für Networking müssen auch nicht immer besondere Events oder Abendessen sein. Sie können Ihre Kontakte auch zu Wanderungen oder zu einer gelegentlichen Joggingrunde einladen, oder z.B. zu einem Konzertbesuch. Je mehr Zeit Sie mit den Menschen verbringen, desto besser können Sie eine Beziehung aufbauen und pflegen.

 

Wie lässt sich Networking Ihrer Meinung nach am besten in den Arbeitsalltag integrieren? Denn neben dem normalen Tagesgeschäft fällt es vielen schwer auch noch Ihre Business-Kontakte zu pflegen.

Das stimmt, Networking wird gerne aufgeschoben, weil das Tagesgeschäft in der Regel vorgeht. Zu den Abendveranstaltungen ist man dann oft zu müde und geht nicht mehr hin. Zunächst einmal muss es aber auch möglich sein, Networking während der Arbeitszeit zu erledigen. Da ist ein Umdenken auf Unternehmensebene nötig.

Man muss sich bewusst machen, dass Networking vor allem auf lange Sicht funktioniert. Wenn Sie sich regelmässig damit beschäftigen und es in den Arbeitsalltag integrieren, zahlt sich die Arbeit langfristig aus. Es braucht durchschnittlich sieben Begegnungen und zwei Jahre, bis wir die Früchte einer Beziehung ernten können. Ich empfehle, wöchentlich mindestens einen bestehenden Kontakt zu pflegen und einen neuen Kontakt herzustellen. Erledigen Sie professionelle Kontaktpflege vor der Mittagspause – indem Sie beispielsweise eine Mail schicken, zum Geburtstag gratulieren oder sich zum Lunch verabreden.

 

Unsere Business-Welt wird immer schnelllebiger - haben Sie einen Tipp wie man es schafft beim Networken Eindruck zu hinterlassen & im Gedächtnis zu bleiben?

Zunächst sollten Sie sich überlegen, als welche Person Sie den anderen im Gedächtnis bleiben wollen und sich dann dementsprechend verhalten. Wer nur sympathisch ist, bleibt nicht in Erinnerung. Ein guter Anfang ist, ehrliches Interesse an dem Gegenüber zu zeigen. Geben Sie sich die Mühe, auf Ihre Kontakte persönlich einzugehen. Bringen Sie zum Beispiel ein individuelles Gastgeschenk mit, vermeiden Sie unpersönliche Floskeln bei Gesprächen und scheuen Sie sich nicht vor direktem Blickkontakt – ungefähr 3 Sekunden sollten es sein, damit sich das Gegenüber auch wirklich gemeint fühlt.

 

Ist Networking für Personaler, Führungs- und Fachkräfte gleichermassen wichtig?

Netzwerken ist für jeden wichtig – sowohl privat als auch beruflich. Es gibt den schönen Satz „Our best thoughts come from others“. Je höher in der Hierarchie, desto mehr brauche ich andere zum Austausch, um selbst weiterzukommen. Darin steckt das Prinzip des Netzwerkens – nämlich die Fähigkeit zu verstehen, was eine andere Person braucht. Wir müssen ihr das noch nicht einmal geben, aber verstehen.

 

Stichwort: Qualitätsnetworking - Haben Sie einen Expertentipp für Networking, das belastbare Beziehungen aufbaut und auch erhält?

Die Kontaktpflege ist die Königsdisziplin des Networkings. Betrachten Sie Ihre Geschäftskontakte daher am besten als Geschäftsfreunde. Lassen Sie Menschen an Ihrem Leben teilhaben. Es ist essentiell, persönliche Anknüpfungspunkte anzubieten, damit andere sich verbunden fühlen. Geburtstag, Hochzeit, Todesfall: Zu diesen Anlässen sollten Sie immer aktiv werden. Ausserdem lohnt es sich, jährlich eine kleine Veranstaltung zu organisieren, um sich persönlich zu begegnen. Und zum Schluss: Es ist besonders effektiv, um Hilfe zu bitten. Menschen tun anderen gerne einen Gefallen. Dabei ist es wichtig, sich ausdrücklich zu bedanken.

 

Wie kann professionelles Networking insbesondere Mitarbeitern aus dem Bereich Human Ressources helfen, berufsspezifische Herausforderungen zu meistern?

Wer im Bereich Human Ressources arbeitet, gehört in der Regel zu den Menschen, die ohnehin sehr viel Netzwerkarbeit leisten. Dabei sollten Sie sich nicht nur mit der Konkurrenz austauschen, sonder vor allem dort aktiv sein, wo ihre Zielgruppe, Ihre zukünftigen Mitarbeiter, anzutreffen ist. Sie können Social-Network-Recruiting betreiben und dabei Botschafter ihrer Firma werden. Sie repräsentieren dabei Ihr Unternehmen und können durch ihre Persönlichkeit und Überzeugung neue Kollegen gewinnen.  

 

Welche Vorteile können sich beim Netzwerken für jeden persönlich ergeben?

Wir werden auch an unseren Kontakten gemessen. Bringen Sie ein grosses und aktives  Business-Network mit, ist das ein Einstellungskriterium. Auf der persönlichen Ebene verfügen Sie über einen Schatz. Ein wertvolles Netzwerk besteht aus Menschen, die etwas für Sie tun würden, obwohl sie es nicht müssten. Ausserdem können Sie von Ihren Kontakten viel über Führungsmethoden oder Talent-Management lernen.

 

Monika Scheddins Karriere begründet sich auf einem starken Netzwerk. Sie schöpft die Möglichkeiten des professionellen Networkings intensiv aus. Dazu gehören auch regelmässige Gespräche unter Kollegen. Eine positive Pausenkultur lädt unaufdringlich zum Networken ein. Wie Sie ein solches Umfeld kreieren, erfahren Sie im kostenlosen E-Book „Make the Break Work“.

Über Monika Scheddin

Monika Scheddin arbeitete sechs Jahre in der Vertriebs- und Marketingleitung bei Brother. Sie übernahm den Vertrieb für Deutschland und verdreifachte den Umsatz. Anschliessend wechselte sie zum amerikanischen Software-Unternehmen Microdynamics und erreichte mit 31 Jahren die Position des General Managers für Europa. Heute ist Monika Scheddin selbstständig und gibt ihre Erfahrung in Vorträgen, Büchern und Coachings weiter. Zudem lehrt sie Networking an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihr Buch „Erfolgsstrategie Networking” befasst sich umfassend mit dem Thema Business Networking.

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